„Branche ist besser als ihr Image“

„Branche ist besser als ihr Image“

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  • TERMIN
  • Der Tag der Logistik findet am 29. Mai von 9 bis 18 Uhr in der Kurmainz-Kaserne, Generaloberst-Beck-Straße, Mainz, statt.
  • Auf dem Programm stehen Hubwagenrallyes, Kistenklettern, Geschicklichkeitsspiele mit dem Ladekran, Mini-Staplerparcours, Ladungs-Tetris sowie Fahrten mit einem Fahrschul-Lkw oder einem Stadtbus.
  • Unter anderen werden die Berufe Berufskraftfahrer, Binnenschiffer, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachkraft oder Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen vorgestellt.
  • www.rheinhessen.ihk24.de

MAINZ/RHEINHESSEN – 660 Millionen Euro hat die Logistikbranche allein in Rheinhessen im vergangenen Jahr umgesetzt. Deutschlandweit hat es der Wirtschaftszweig bereits zur Nummer zwei hinter der Automobilbranche gebracht. In 712 Unternehmen arbeiten knapp 22 000 Mitarbeiter, ein Zuwachs von 2000 Beschäftigten. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 30 Millionen Euro, die Anzahl der Mitarbeiter wuchs seit 2008 sogar um ein Drittel. „Deutschland ist Logistik-Vizeweltmeister“, unterstreicht der Mainzer Spediteur Daniel Hensel, „nur China ist weltweit stärker.“

Und doch treiben Zukunftssorgen die Branche um. Aufgrund des demografischen Wandels ist schon bald ein verschärfter Fachkräftemangel zu befürchten. „Wir sehen ein Riesen-Problem auf uns zukommen“, betont Hensel. Deshalb findet am 29. Mai der zweite Tag der Logistik auf dem Gelände der Kurmainz-Kaserne in Mainz statt. Die Veranstaltung ist konzipiert als Erlebnistag für Schüler vor der Berufswahl sowie deren Familien. „Es geht darum, die Startposition im Wettbewerb um Auszubildende zu verbessern“, erklärt Hensel, „denn unter dem schlechten Image, das wir uns über die Jahre auch selbst mit aufgebaut haben, leiden wir.“ Dabei seien die Zeiten, in denen die Brummi-Fahrer zu Niedriglöhnen oft wochenlang von zuhause weg sind, längst vorbei, zumindest hierzulande. „Bei den Lkw-Fahrern bleiben überall Ausbildungsplätze offen“, berichtet Hensel. Dabei seien die Klischees längst Schnee von gestern: „Im System- und Terminverkehr brauchen Sie zuverlässige und qualifizierte Fahrer.“ Der Mainzer Unternehmer geht sogar davon aus, „dass es nicht mehr lange dauert, bis der Berufskraftfahrer deutlich mehr verdient als sein Kollege im Büro, der ihn disponiert“.

Doch die Logistik ist viel mehr als nur Lkw fahren. „Transporteure, Lagerspezialisten und alle Dienstleister, die sich mit Supply Chain Management befassen, müssen rasch auf Anforderungen von Kunden reagieren, die ihrerseits immer neue Produktions- und Serviceprozesse entwickeln, um im Wettbewerb zu bestehen“, hebt Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen, die Innovationskraft der Branche hervor. Zudem sei die Region, „abgesehen von der Schiersteiner Brücke“, ideal gelegen und angebunden. Die Zahl der Logistikkaufleute wächst ebenso wie die Zahl der Auszubildenden in der Branche insgesamt. „Schon mit der Mittleren Reife hat man die Möglichkeit, bis zum Niederlassungsleiter mit Personalverantwortung für mehrere Hundert Mitarbeiter aufzusteigen“, berichtet Hensel.

An immer mehr Universitäten und Hochschulen in der Region findet Logistik als Studienfach statt. „Ich habe nach der zehnten Klasse händeringend einen Beruf gesucht, der Flexibilität bietet und zukunftsträchtig ist“, erzählt Peter Heil. Der 21-jährige Ober-Olmer wurde in der Logistik fündig: „Man ist nie gezwungen, in dem Bereich, den man lernt, zu bleiben.“

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