Immer mehr ausländische Lkw mit Sicherheitsmängeln unterwegs

Immer mehr ausländische Lkw mit Sicherheitsmängeln unterwegs

Rund ein Drittel der schweren Lkw und Sattelschlepper auf deutschen Autobahnen kommen aus dem Ausland. Viele sind mit gravierenden Sicherheitsmängeln unterwegs.

Schwere Lkw und Sattelschlepper erobern die deutschen Autobahnen. Das für die Maut-Erhebung zuständige Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat für das erste Vierteljahr 2015 Fahrleistungen in Höhe von sieben Milliarden Kilometern gezählt – 20 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Das Problem dabei ist nicht nur die zunehmende Enge auf den Schnellstraßen. Vor allem der Anteil der ausländischen Laster steigt. Und viele von ihnen weisen schwere Sicherheitsmängel auf: Ungesicherte Fracht, lockere Tanks, durchgerostete Bremsen.
Ein Drittel der Lkw kommen aus dem Ausland

Tatsächlich geht kaum noch zwei Drittel der Fahrleistung (60,4 Prozent) auf das Konto deutscher Fahrzeuge – und das mit sinkender Tendenz. . Die meisten der ausländischen Lkw , die jetzt fast 40 Prozent stellen, kommen aus Osteuropa. Das Herkunftsland Polen liegt inzwischen mit einem Anteil von 12,4 Prozent – Trend zunehmend – auf Platz 1. Abgedrängt: Das klassische „Spediteursland“ Holland. Sein Anteil ist von 2014 auf 2015 von 3,7 auf 3,5 Prozent gesunken.

Viele der von den BAG-Streifenwagen gestoppten ausländischen Lkw sind nicht verkehrstüchtig, manche reine Schrottlauben, einige sogar gefährliche rollende Bomben. Bei der Kontrolle von 26.000 Fahrzeugen im Jahr 2013 – knapp je zur Hälfte im Inland und im Ausland zugelassen – wurden 1327 deutsche, aber 2273 nichtdeutsche Lkw beanstandet. Die deutschen Fahrer erhielten 223 Verwarnungen, ihre ausländischen Kollegen 682.

Massive Verletzungen der Sicherheitsvorschriften

Beispiele massiver Verletzungen der Vorschriften aus den letzten beiden Jahren treiben den für die Verkehrssicherheit Verantwortlichen heftige Schauer über den Rücken. In Erinnerung der BAG-Kontrolleure: Der 24 Jahre alte ukrainische Sattelschlepper, der eine wassergefährdende Flüssigkeit befördert hat und den sie 2013 auf der A 30 gestoppt haben. Herangezogene Prüfer der DEKRA haben 35 „gravierende Mängel“ an den defekten Bremsanlagen und an „durchgerosteten tragenden Teilen“ fest. Dramatisch: Der Tank saß nur noch locker auf dem Rahmen, hätte jederzeit herunterfallen können. Das Bundesamt für Güterverkehr dazu: „Selbst ein Fahren in leerem Zustand musste als gefährlich angesehen werden“.

Vorfälle in jüngster Zeit zeigen, dass die Gefahren nicht nachlassen:

16. April 2015: BAG-Streifen stoppen einen tschechischen Sattelschlepper. Auf der Ladefläche rumpeln 24 Tonnen Stahl ungesichert herum. An der Zugmaschine sind beide Bremsscheiben der Lenkachse durchgerissen. Der hintere rechte Reifen ist bis zum Gewebeunterbau abgefahren. Der Fahrer hat nicht die nötige Qualifikation. Auch wurden bei ihm wurden schon mehrere Verstöße gegen die Lenk.- und Ruhezeiten beanstandet. Die Amts-Experten glauben, insgesamt knapp einen schweren Unfall verhindert zu haben. Das Fahrzeug wird mit einer Sicherungskette an der Weiterfahrt gehindert.  :26. Februar 2015. Ein polnischer Gefahrgut-Transporter wird angehalten. Er hat 25 Tonnen Methanol geladen. Bei der Einfahrt auf den Kontrollplatz verliert er schon rostige Teile seiner Bremsscheiben. Kontrolleure stellen zudem fest, dass eine Hinterachse trotz des kalten Winterwetters mit 170 Grad Celsius völlig überhitzt ist. Normal wären 15 Grad. Bei einem Reifen ist noch die Lauffläche heruntergefahren, auch ist die Platte des Aufliegers nicht mehr fest mit dem Tank verbunden. Zehn von 14 Befestigungsschrauben sind lose und können mit der Hand aufgedreht werden. Es hat Feuergefahr bestanden, stellt die Streife fest.
Mehrfach registrieren die Kontrolleure eine Verletzung der so genannten „Kabotagebestimmungen“. Das bedeut et: Ohne Erlaubnis transportieren ausländische Spediteure Fracht von einem Ort innerhalb Deutschlands zum anderen. Auffällig viele ausländische LKW sind im Geschäft des Transports mit sperrigen Windrädern unterwegs. Die Auftraggeber: Deutsche Firmen. Im März dieses Jahres ist ein 37 Meter langer und 90 Tonnen schwerer Windradtransporter auf dem Weg ins Saarland mit defekter Lenkachse liegengeblieben. Die Bundesstraße musste komplett gesperrt werden.

Quelle:Der Westen

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