Lkw-Fahrer gesucht !? Aber bitte nicht so liebe Arbeitgeber!

Lkw-Fahrer gesucht !? Aber bitte nicht so liebe Arbeitgeber!
Foto Quelle:Berufskraftfahrer-Magazin.de

Hallo Arbeitgeber, Spediteure der Transportbranche,

immer wieder ist zu lesen das es einen Berufskraftfahrer-Mangel in Deutschland / Europa gibt und dieser sich in den Nächsten Jahren noch verstärken wird.
Zunächst sei doch mal gesagt das dieser Mangel nicht zuletzt auch durch euch verschuldet ist. Ihr weigert euch zum größten Teil doch euer Personal entsprechend weiter oder auszubilden, obwohl es hierfür doch vielerlei finanzielle Unterstützung vom Staat gibt und ihr diese Ausbildung sogar steuerlich geltend machen könnt. Also hört auf zu jammern es gäbe keine Fahrer oder keine Leute welchen diesen Job noch machen würden / wollen.

Der Hauptgrund für diesen Artikel, ist eigentlich ein anderer. In den letzten Wochen und Monaten haben wir (Redaktion=selbst noch Berufskraftfahrer) mal den Stellenmarkt bzw. eure Stellenangebote vorgenommen und auf viele dieser Angebote eine Bewerbung gesendet oder uns telefonisch beworben. Dabei kam leider nichts wirklich Gutes zu Tage.
Auf 100 gesendete Bewerbungen, welche ohne hohe Ansprüche geschrieben waren, von einem Berufskraftfahrer mit:

  • 10 Jahren nachweisbarer unfallfreier Berufserfahrung
  • ADR Schein Basis und Tank
  • Stapler & Kranschein
  • Ladungssicherungsnachweis
  • nachweisbarer Erfahrung auf Tankzügen, Planen-Sattel, Wechselbrückenzügen sowie Kühlzügen
  • verheiratet mit einem Kind

sind gerade mal 5 Bewerbungen schriftlich oder per Email beantwortet worden. Es gab 17 telefonische Reaktionen und eine SMS-Antwort. 🙂
Daraus wiederum sind 6 persönliche Bewerbungs / Einstellungsgespräche entstanden, sowie diesen Bewerber 6 Speditionen direkt ohne jegliche Rückfrage zu erschreckenden Konditionen einstellen wollten.


Liebe Arbeitgeber, wenn ihr eure Disponennten Einstellungsgespräche führen lasst, solltet ihr schon dafür Sorge tragen das diese Leute wissen über oder wovon sie da reden. Einem Familienvater eine Stelle mit 1500 Euro Grundgehalt anzubieten bezeichnen wir als Frechheit…bzw. kriminell wie soll ein solcher Fahrer bitte seine Familie durchbringen ohne auf Unterstützung vom Staat (Hartz 4) angewiesen zu sein. Und eines sei mal laut gesagt SPESEN sind kein Verdienst denn diese gibt es, auch wenn ihr sie nicht zahlt vom Finanzamt am Jahresende zurück.

Ein Arbeitgeber verlangte sogar das die maximale tägliche Ruhezeit nicht mehr als 9 Stunden betragen darf, da sonst die Touren nicht geschafft werden könnten. Echt jetzt? So wollt ihr vernünftig ausgebildete Fahrer behandeln in dem ihr sie nötigt Straftaten zu begehen mit der Aussage die Strafen würdet ihr übernehmen. Oder in den Zeiten an Verladerampen oder bei Ladetätugkeiten den Tachographen auf Pause zu stellen zu müssen.

Jetzt mal zu den Inseraten die von Arbeitgebern so geschaltet werden. Der überwiegende Teil dieser Stellenangebote bringen in vielen Fällen nicht einmal mehr als 6 ganze Sätze zusammen. In denen dann oft steht gerechte Bezahlung, moderner Fuhrpark, geregelte Arbeitszeit und eventuell noch der Standort der Firma.

Und warum macht ihr aus der Bezahlung ein solches Geheimnis? Glaubt ihr wirklich das ein Interessent heute mehrere hundert Kilometer weit fährt zu einem Vorstellungsgespräch um sich dann anzuhören, dass er nur 1800 Euro vor Steuern bekommt. Diese Fragen kann man doch auch sehr gut telefonisch oder per mail klären.

Eine ordentliche Stellenanzeige sollte folgende für den Interessenten wichtigen Dinge enthalten:

  1. Gehalt in Zahlen
  2. Arbeitszeiten
  3. Firmen / Fahrzeugstandort
  4. Welches Fahrzeug Typ, Hersteller etc.
  5. Fortbildung (Module) ja / nein etc.
  6. Was und Wo wird gefahren?
  7. weitere nötige Qualifikationen wie z.B. Staplerschein etc.

Wenn ihr dieses beherzigen würdet wäre es für einen Interessenten weit weniger schwierig die für in Frage kommenden Firmen oder Arbeitsplätze zu finden.

Aus dieser Recherche haben sich 3 Strafanzeigen ergeben, welche auch geahndet wurden. Leider dürfen die Namen diese Betriebe nicht nennen.

 

 

 

Quelle:Berufskraftfahrer-Magazin.de

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