Lkw-Fahrer können Kosten für Raststätten absetzen

Lkw-Fahrer können Kosten für Raststätten absetzen

Kaffee trinken, duschen oder übernachten: Autobahnraststätten decken fast jeden Bedarf eines Lkw-Fahrers. Welche Kosten Sie absetzen können, erfahren Ihr hier.2012 fällte das oberste Steuergericht in Deutschland, der Bundesfinanzhof (BFH), ein positives Urteil für alle Lkw-Fahrer: Wenn der Fahrer in der Schlafkabine des Lkw übernachtet und für die Benutzung einer Toilette oder Dusche auf einer Raststätte bezahlen muss, können diese Kosten von der Steuer abgesetzt werden.

Fehlt der Nachweis, könnt ihr die Kosten schätzen

Aber wie kann man alle Kosten nachweisen, fragt ihr euch jetzt vielleicht und denkt an die vielen weggeworfenen Quittungen. Oder an die vielen Situationen, in denen Ihr gar keine Quittung bekommen habt. Auch darauf hatten die Richter des BFH eine Antwort: Liegen Ihnen als Lkw-Fahrer keine Nachweise vor, können Sie deren Höhe schätzen. Im Rahmen wären dabei arbeitstägliche Kosten in Höhe von 5 Euro.

Das Finanzgericht München hat aktuell geurteilt:

Ein Vorgehen, das sich bewährt hat. Denn drei Jahre später, im September 2015 blieb das Finanzgericht München der Linie des BFH treu. Die Richter aus Bayern betonten erneut, dass eine Schätzung der Kosten in Höhe von 5 Euro je Übernachtung „keinesfalls überhöht“ erscheint.

So geht’s:

Führt drei Monate lang eine Liste darüber, wann und wo Ihr eine kostenpflichtige Toilette oder Dusche benutzt habt: Tag, Datum, Uhrzeit, Name der Autobahnraststätte oder ähnlichem und die Höhe der Kosten. Für eure Übernachtungen in der Schlafkabine des Lkw gilt das gleiche, außer dass Ihr dafür in der Regel keine Kosten notieren müsst.

Rechnet  anhand Eurer Aufzeichnungen euren täglichen Durchschnittsbetrag aus. Diesen Betrag könnt Ihr für jeden Tag, den Ihr beruflich mit dem Lkw unterwegs seid, in eurer Steuererklärung angeben. Zwischen drei und fünf Euro erkennt das Finanzamt normalerweise pro Tag an. Nicht vergessen: Die Drei-Monats-Liste an die Steuererklärung hängen. Sollte das Finanzamt Ihre Kosten nicht anerkennen, legt Einspruch ein und verweiset  auf das BFH-Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 48/11 und das Urteil des Finanzgericht Münchens mit dem Aktenzeichen 7 K 2393/13.

Einspruch einlegen lohnt sich in jedem Fall, wenn ihr denkt da stimmt etwas oder euch ungerecht behandelt fühlt. Einen Versuch ist es immer wert. Aus eigener Erfahrung könne wir sagen, dass die Behörden immer mit der Unwissenheit des Bürgers rechnen, um so den einen oder anderen Euro nicht bewilligen zu müssen.

 

Quelle:vhl.de

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