Polizei startet 102-stündige Kontrollen

Polizei startet 102-stündige Kontrollen
Foto Quelle:DPA

Verkehrsteilnehmer müssen sich in der nächsten Woche auf die umfangreichsten Kontrollen einstellen, die je von der Polizeidirektion Hannover organisiert worden sind. Hintergrund ist die steigende Zahl an Verkehrstoten in Hannover. Von Montag an sollen Beamte 102 Stunden ununterbrochen kontrollieren.

Hannover. Die Polizeidirektion Hannover reagiert mit den umfangreichsten Verkehrskontrollen in der Geschichte der Behörde auf die drastisch gestiegenen Zahlen von tödlichen Verkehrsunfällen. Eine Woche lang sollen Beamte ununterbrochen das Verhalten von Auto-, Lastwagen- Motorrad- und Fahrradfahrern sowie Fußgängern im Straßenverkehr überwachen. Jeder Tag steht dabei unter einem besonderen Schwerpunkt. Bislang hatte die Behörde lediglich 24-stündige Kontrollen vorgenommen. Die sogenannte Verkehrssicherheitswoche beginnt am Montag um 6 und endet am Freitag gegen 12 Uhr.

Im Jahr 2014 verunglückten im Zuständigkeitsbereich der Behörde 64 Menschen tödlich bei Verkehrsunfällen. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2008. Im Jahr 2013 waren es lediglich 39. Allein in den ersten Wochen dieses Jahres starben bislang zwölf Menschen bei Verkehrsunfällen in der Stadt und im Umland. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist deutlich angestiegen. Verzeichnete die Behörde im Jahr 2013 noch 465 Menschen, die bei Verkehrsunfällen schwere Verletzungen davon getragen hatten, waren es ein Jahr später schon 548. Das ist eine Steigerung um 17,8 Prozent. „Die Zahlen sind eindeutig zu hoch“, sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe.

Obwohl die Belastung der Einsatzkräfte durch Demonstrationen und andere Ereignisse bereits hoch sei, wolle die Behörde alles daran setzten, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten, so Kluwe weiter. „Leider gibt es viel zu häufig Personen, die sich nicht regelkonform verhalten“, sagt der Behördenleiter weiter. Hauptunfallursachen sind nach wie vor unangepasste Geschwindigkeit und Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr.

An der Verkehrssicherheitswoche beteiligen sich täglich alle sechs Inspektionen der Polizeidirektion Hannover. Am Montag liegt der Schwerpunkt bei Geschwindigkeitskontrollen, am Dienstag liegt der Fokus der Polizei auf Telefonieren am Steuer und andere Ablenkungen während der Fahrt. Mittwoch überprüfen die Beamten insbesondere das Verhalten der Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen und in Vorfahrtssituationen, am Donnerstag konzentriert sich die Behörde auf die Einhaltung des Mindestabstands, insbesondere auf den Autobahnen. Zu guter Letzt stehen am Freitag die Fahrradfahrer im Mittelpunkt der Aktion. Die Ergebnisse der Kontrollen sollen jeweils einen Tag später veröffentlicht werden. Die einzelnen Kontrollstellen sollen allerdings, anders als bei vorangegangenen Großkontrollen, im Vorfeld nicht öffentlich gemacht werden.

Auch der ADAC beteiligt sich an der Verkehrssicherheitswoche. „Wir sind auf der Autobahn mit dabei, um die Fernfahrer über die Notwendigkeit der Einhaltung des Mindestabstands zu informieren“, sagt Christine Rettig. Kontrollen und Prävention seien angesichts der Zahlen der Polizei dringend notwendig. Allerdings könnten die Behörden die Probleme auf den Straßen nicht alleine lösen. „Das sind auch die Politiker gefragt“, sagt Christine Rettig.

Quelle:Hannoversche Allgemeine

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