Was ist nur los mit euch Lkw-Fahrern / Kollegen bzw. geht’s noch?!

Was ist nur los mit euch Lkw-Fahrern / Kollegen bzw. geht’s noch?!

Beinahe jeden Tag liest man dass es in der Transportbranche bergab geht, oder es wird vom schlechten Image der Lkw / Berufskraftfahrer berichtet. Ich bin nun seit einigen Jahren in dieser Branche als Fahrer im Fernverkehr tätig und frage mich nach jedem neuen Bericht immer wieder, warum machen viele meiner sogenannten Kollegen nicht selbst etwas gegen diese immer schlimmer werdenden Zustände?
sanifair_03Wenn ich nach einem langen Arbeitstag auf einer Raststätte oder einem Autohof zum Stehen komme und meinen Feierabend einläute beobachte ich viele Dinge welche mich wirklich wundern.
Sehr oft kommt es vor das sogenannte Kollegen nachdem sie ihren Lkw abgestellt haben aus ihrer Fahrerkabine steigen und ihre Notdurft direkt neben ihrem Lkw oder sogar teilweise direkt an ihren eigenen Lkw pinkeln oder darunter einen Haufen setzen teilweise wird der Lkw der nebenan steht auch als stilles Örtchen missbraucht. Da kommt die Frage in mir hoch, wie man auf eine solche Idee kommen kann, wo doch einige Meter weiter sanitäre Anlagen vorhanden sind.

Warum zum Teufel wird auf biegen und brechen Vollgas gefahren? Bekommt ihr mehr Geld wenn ihr mit 90 und mehr durch die Landschaft brettert?
Dieses Fahrverhalten bringt euch doch nichts…ihr seid eventuell etwas früher am Ziel aber das ist auch das einzig positive, wenn man das so sehen möchte. Die Nachteile überweigen doch ganz klar, ihr fahrt euch die Karte kaputt etc. und in einer Kontrolle werdet ihr sicher keine Rechtfertigung für das dauerhafte überschreiten der maximalen erlaubten Geschwindigkeit finden, welche die Kontrollbeamten gnädig stimmt.
Die Entschuldigung oder besser Ausrede „ich muss meinen Termin einhalten etc.“, hat hier keine Gültigkeit, denn man kann seine Touren auch schaffen wenn man sich an die Regeln hält. Diese Erfahrung ist eine selbstgemachte. Ist dies nicht so, sollte mal ein ernstes Wörtchen mit der Disposition oder dem/der  Chef/in gesprochen werden. Letzenendes sitzt ihr hinterm Lenkrad und habt damit alle Möglichkeiten …mehr muss dazu auch nicht gesagt werden.

Richtiges Überholen!? Fehlanzeige !! Da wird einfach mit 1 bis 2 Meter Abstand in die Lücke und dann wird in die Eisen getreten weil man ja auf den vor einem fahrenden Kollegen auffährt. Bergab wird das ganze dann zum Witz das wird laufen gelassen und überholt und mit den Muskeln geprahlt um dann am nächsten Berg, wieder festzustellen das der gerade überholte leichter ist und einen wiederrum überholt…irgendwie sinnlos.

Im Stau oder wenn auf diesen aufgefahren wird….sollte es doch zur Normalität gehören durch das einschalten des Warnblinkers die nachfolgenden Verkehr auf diese Gefahr hinzuweisen..ist es aber leider nicht! Nö da wird auf die mittlere oder linke Spur gezogen um die herschende Verkehrsituation noch zu verschlimmbessern.

Oft lese ich auch von Zusammenhalt und Kollegialität in verschiedenen Foren oder Facebook Gruppen. Aber diese Kollegialität scheint nur eine virtuelle zu sein, denn auf der Straße oder an den Verlade-Stationen und Rampen findet genau das Gegenteil statt. Da wird einfach irgendwo der Lkw abgestellt ohne mal zu schauen ob man eventuell jemandem im Wege steht oder das Heranfahren an die Rampe eines Kollegen ver. oder behindert.

Es wird viel gejammert (aber selbst nichts getan) über den Niedergang unserer Branche bzw. die schlechten Löhne, die miserablen Bedingungen und die Gängelei durch die Kontrollorgane.

Kollegen oder aufkommende Organisationen wie z.B. die Actie in de Transport werden kaputt geredet und schlecht gemacht. Warum frage ich mich, diese Gruppen, Organisationen oder auch teilweise Einzelpersonen sind doch die Leute welche den Mut haben etwas zu verändern.
Wenn ihr liebe Kollegen nicht bereit seit euch selbst den Spiegel vor zu halten um euch selbst mal zu hinterfragen, was ihr beispielsweise besser machen könntet, dann wird sich auch nichts ändern.

Mir ist klar dass der Beitritt in eine Gewerkschaft oder ähnliches immer auch mit Kosten verbunden ist, aber wenn ihr nichts in eure berufliche Sicherheit oder Zukunft investiert wird sich doch nie etwas ändern. Zumindest nicht von dem andauernden Gejammer.

Veränderung ist doch so einfach und bedarf gar nicht so vieler Taten oder Mut. Hier mal ein Beispiel:

  • An den Rampen und Entladestellen der Supermarktketten etc. wird man doch oft sehr oft schlecht behandelt bzw. vom anwesenden Personal unfreundlich behandelt oder gegängelt.
    • Warum lasst ihr euch das gefallen. Mein Vorschlag ist hier ganz klar sofort nach dem Vorgesetzten zu fragen und diesen auf das Verhalten aufmerksam zu machen.
      Nur nicht auf das gleiche Niveau herunterlassen. Das kostet einen eventuell ein bisschen Zeit aber ihr werdet sehen es funktioniert, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ein weiteres Beispiel:

  • Oft habe ich beobachtet das viele Fahrer in ihren Kabinen sitzen und dem Treiben auf dem Hof beim Kunden zusehen, oder auch in kleinen Gruppen zusammenstehend andere Kollegen dabei beobachten wie sie versuchen rückwärts an die Rampe zu setzen.

Soweit ja auch nichts Besonderes. Ist der zurücksetzende Fahrer nun aber ein Anfänger und hat Probleme an die Rampe zu kommen, wird sich leider ehr oft darüber lustig gemacht und sogar lachend mit dem Finger auf den Kollegen gezeigt. Sorry aber das geht gar nicht, denn wir alle haben mal angefangen, und so unsere Baustellen und Problemchen gehabt.rangierenmiteinweiser

  • Mein Lösungsvorschlag geht doch her und helft dem Kollegen und weist ihn ein, er wird es euch danken und wenn ihr ihm eventuell noch einen Tipp geben könnt wird er es euch umso mehr danken.
    Das Ergebnis wäre:
  • Ein zufriedener Kollege dem geholfen wurde.
  • Ihr habt etwas Zeit gewonnen weil so die Rampe auch schneller wieder frei wird.
  • Eventuell kommt ihr mit dem Kollegen ins Gespräch und in eurer Wartezeit habt ihr eine gute Tat vollbracht und gewinnt ev. sogar einen neuen Kumpel oder Freund dazu.

Fazit:
Es scheint das nach dem Erwerb der Fahrerlaubins (auch Führerschein genannt) alles gelernte wieder vergessen wird, und der gesunde Menschenverstand bei einer Zahl von über 90 % alles Lkw-Fahrer abgeschaltet wird.

Besinnt euch doch einfach mal auf das Wesentliche…sicher Ankomen und Kollege sein. Das ist doch nicht so schwer!

 

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1 Comment

  1. Elke Liebram

    Wenn eine Frau mit einem Lkw umgehen kann und denn noch Kollegen hilft , spricht sich das schnell herum. Alle grüßen und sind sehr freundlich. Durchsetzen kann ich mich auch , wenn irgendwelche Vollpfosten im Wege stehen.

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